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Literaturpreis von Casinos Austria: Drei Werke stehen im Finale10. Literaturpreis Alpha: Drei Werke im Finale – Der Literaturpreis von Casinos Austria wird dieses Jahr zwischen Malte Borsdorf, Angela Lehner und Martin Peichl entschieden – Die Alpha Gala mit der Verleihung des Preises findet am 30. Oktober 2019 statt.

Dass sich beim Alpha alles um das Erzählen von Geschichten dreht, liegt in der Natur eines Literaturpreises. Anfang 2010, vor bald zehn Jahren, hoben Casinos Austria und die Büchereien Wien den mit 10.000 Euro dotierten Preis aus der Taufe. Nach diesem Zeitraum lässt sich zweifelsfrei sagen: Auch der Alpha selbst hat schon einige Geschichten geschrieben. Die von 571 eingereichten Werken etwa. Oder von einem Siegerroman, der danach für die Bühne adaptiert wurde („Superheldinnen“ von Barbi Markovic). Oder von einer Finalistin, die etwas später den Bachmannpreis erhielt (Birgit Birnbacher). Immer wieder hat ein Erfolg beim Alpha Schriftstellertalenten zu mehr Gehör in der österreichischen Literaturlandschaft verholfen – das ist die wohl wichtigste Erzählung des Alpha.

Die Wahl der drei Werke fürs Finale aus der neun Bücher umfassenden Shortlist hat eine andere Geschichte unterbrochen – die der rein weiblichen Dominanz: Erstmals stehen auch wieder männliche Autoren in der finalen Auswahl, dies war seit 2014 nicht mehr der Fall.

Einer von ihnen ist Malte Borsdorf, der für seinen Debütroman „Flutgebiet“ nominiert ist. Der Titel bezieht sich auf die verheerende Sturmflut des Jahres 1962 in Hamburg. Zentrale Figur in diesem dramatischen Szenario ist ein junger Mann, der für das raue Dasein inmitten von Hafenarbeitern und -kneipen nicht geeignet scheint. Borsdorf entwickelt aus dem Stoff die Geschichte einer Katastrophennacht, die in eine präzise Milieustudie eingebettet ist.

Ganz anders geartet ist die Protagonistin in „Vater unser“, dem Romanerstling von Angela Lehner. Die junge Frau, die in die psychiatrische Abteilung des Wiener Otto-Wagner-Spitals eingeliefert wird, präsentiert sich als manipulative und dennoch höchst komische Geistesgestörte. Die Rückschau auf eine Kindheit voller familiärer Psychosen unter einem überlebensgroßen Vater bildet das Handlungsgerüst. Dass die Sichtweise der charismatischen wie „verrückten“ Hauptfigur für die Leser zur einzig möglichen Perspektive wird, macht neben den stilistischen Qualitäten den Reiz des Romans aus.

Auch der dritte Roman im Rennen um den diesjährigen Alpha ist ein Debüt: „Wie man Dinge repariert“ des Niederösterreichers Martin Peichl hat nichts mit Heimwerkertipps im Sinn – viel mehr hingegen mit dem „Reparaturseidl“. Peichl schildert das Leben eines Mannes Mitte 30, der seinen Roman fertigschreiben will, dem dabei aber „das Leben ständig dazwischenkommt“. Die ebenso poetische wie humorvolle Erzählung steht sinnbildlich für eine Generation im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und dem Wunsch nach Unabhängigkeit.

Der 10. Literaturpreis Alpha wird am 30. Oktober 2019 bei der Gala im Wiener Studio 44 von Alpha Initiator Prof. Mag. Dietmar Hoscher an die Nachfolgerin bzw. den Nachfolger von Vorjahressiegerin Iris Wolff übergeben. Die Laudatio obliegt traditionsgemäß Autor Paulus Hochgatterer als Vorsitzendem der Jury. „Profil“-Kulturredakteurin Karin Cerny, Musiker und Autor Ernst Molden sowie Christian Jahl, Leiter der Hauptbücherei Wien, vervollständigen sein bewährtes Juryteam wie in den vergangenen Jahren.

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