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Das Thema Social Gaming und die damit verbundenen Gefahren und Folgen bildeten den Schwerpunkt bei der Responsible Gaming Academy, die heuer bereits zum 12. Mal in Wien stattfand. Die von Casinos Austria und den Österreichischen Lotterien initiierte und veranstaltete Tagung brachte am 7. Mai 2015 einmal mehr internationale Topexperten zum Thema Spielerschutz ins Studio 44.

Glücksspiel in verantwortungsvoller Weise anzubieten ist für Casinos Austria und die Österreichischen Lotterien zentraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Die Responsible Gaming Academy hat sich, seit sie vor 11 Jahren ins Leben gerufen wurde, auch international einen Namen als eine der wichtigsten einschlägigen Fachtagungen gemacht. So konnten auch in diesem Jahr wieder namhafte Referenten zu den aktuellsten Themen in Sachen Glücksspiel, Spielerschutz und Spielsucht gewonnen werden.

Friedrich Stickler, Vorstandsdirektor der Österreichischen Lotterien und Präsident der European Lotteries Association, plädierte in seiner Begrüßung für mehr Entschiedenheit der Gesetzgeber auf nationaler und europäischer Ebene im Hinblick auf illegale Glücksspielanbieter und die Betreiber von Social Gaming. „Das ,Know Your Customer‘-Prinzip und die damit verbundenen Maßnahmen zu Spieler- und Jugendschutz werden von legalen lizensierten Anbietern gelebt. Nicht-regulierten Anbietern ist das gleichgültig. Gefährdete Personen können so den von uns gesetzten Maßnahmen leicht ausweichen und sind dadurch nicht geschützt. Dieses Problem muss nicht nur auf nationaler, sondern auf internationaler Ebene behandelt und gelöst werden.“

Keith S. Whyte vom National Council on Problem Gambling in Washington besuchte die Academy bereits zum dritten Mal und referierte über den aktuell weltweit am schnellsten wachsenden Bereich in der Spielindustrie, die Social Casino Games. In diesen Spielen, die sich in Optik und Mechanik oftmals kaum von klassischen Casino Games unterscheiden lassen, kann zwar kein Geld gewonnen werden. Gratis sind sie deswegen – trotz vielfach anders lautender Werbung – aber nicht, denn man muss oftmals zahlen, um den Spielfortschritt voranzutreiben oder das Spielerlebnis zu intensivieren.

Prim. Dr. Kurosch Yazdi gab einen Einblick in die Entstehungsgeschichte und das Angebot der Ambulanz für Spielsucht in Linz. Mithilfe der Erkenntnisse aus Psychologie und Neurowissenschaft startete er ein neues Projekt, in dem er die Gehirnreaktionen von pathologischen SpielerInnen mit unterschiedlichem Spielverhalten erforschen möchte. Der Brüsseler EU-Rechtsexperte Philippe Vlaemminck erläuterte die aktuelle rechtliche Situation des Social Gaming, sowie die Gefahren dieser Spiele und Apps. Er sieht nationale und internationale Regulierungsbehörden in der Pflicht, stärker auf die sich schnell ändernden technischen Möglichkeiten zu reagieren und einen entsprechenden gesetzlichen Rahmen zu schaffen bzw. bestehende Gesetze auch tatsächlich durchzusetzen.

Mag. Doris Malischnig, Leiterin Prävention im Bereich Responsible Gaming der Casinos Austria und Österreichische Lotterien Gruppe, konnte berichten, dass es den Österreichischen Lotterien dank massiver Aufklärungsarbeit und zahlreicher Schulungsmaßnahmen gelungen ist, das Bewusstsein zum Thema Spieler- und Jugendschutz bei den Vertriebspartnern zu stärken. Per Videokonferenz näherte sich Dr. Rachel A. Volberg von der University of Massachusetts dem Thema Spielsucht und Spielsuchtforschung aus der Genderperspektive und zeigte auf, dass gerade im Bereich Frauen und Glücksspiel bzw. Unterschiede zwischen Männern und Frauen im Spielverhalten noch Forschungsbedarf besteht.

Unter den 180 TeilnehmerInnen konnte Herbert Beck, Bereichsleiter Responsible Gaming der Casinos Austria und Österreichische Lotterien Gruppe, neben MitarbeiterInnen der Unternehmensgruppe auch diesmal wieder VertreterInnen des Finanz- und des Gesundheitsministeriums sowie renommierter Forschungs-, Beratungs- und Therapieeinrichtungen aus ganz Österreich willkommen heißen. Besonders erfreut zeigte er sich auch über die Teilnahme der internationalen Gäste, die aus Tschechien, Deutschland, Kroatien, Italien, Portugal und der Slowakei eigens angereist waren.

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